„Darf ich das überhaupt noch so schreiben?“ 🤔

Seit dem 27. September 2026 gelten die neuen Regeln der EmpCo-Richtlinie (EU) 2024/825. Sie sollen Verbraucher vor irreführenden Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen schützen.

Gerade für kleine Labels, Näher und Handmade-Shops lohnt sich deshalb ein Blick auf die eigene Werbung.

Denn problematisch kann nicht nur ein falscher Fakt sein – sondern auch ein zu großes Versprechen.

10 Greenwashing-Fallen für kleine Labels

 

🚩 1. „Unser Label ist nachhaltig.“

Nachhaltig wobei genau?

Je allgemeiner die Aussage, desto schwieriger wird es, sie zu belegen.

👉 Besser: eine konkrete Eigenschaft oder Maßnahme nennen.

🚩 2. „Umweltfreundliches Produkt“

Das klingt nach einem umfassenden Umweltvorteil.

Wenn tatsächlich nur ein einzelner Bestandteil besonders ist, sollte auch nur dieser beworben werden.

👉 Beispiel: „Verpackung aus Recyclingmaterial.“

🚩 3. „Klimaneutral“

Besonders kritisch sind Aussagen, die eine Klimaneutralität durch Kompensation vermitteln.

Ein gekauftes Klimaschutzprojekt macht ein Produkt nicht automatisch „klimaneutral“.

👉 Solche Aussagen unbedingt rechtlich prüfen.

🚩 4. „Ressourcenschonend“

Welche Ressourcen werden geschont?

Und wodurch?

Ohne konkrete Grundlage bleibt schnell ein großer grüner Begriff ohne nachvollziehbare Aussage.

👉 Lieber erklären, was tatsächlich passiert.

🚩 5. „Regional“ oder „kurze Wege“

Klingt positiv – sagt aber allein noch nicht, welchen konkreten Umweltvorteil ein Produkt dadurch hat.

👉 Herkunft und Transportwege lieber sachlich und konkret beschreiben, statt daraus automatisch einen Umweltvorteil abzuleiten.

🚩 6. Das selbst gebastelte „ECO“-Siegel

🌿 Grünes Blatt + „ECO“ + Recycling-Symbol?

Auch grafische Darstellungen können eine Umweltaussage vermitteln.

Ein selbst erfundenes Nachhaltigkeitssiegel ist deshalb nicht automatisch harmlos.

👉 Prüfen, welchen Eindruck das gesamte Zeichen vermittelt.

🚩 7. „Aus nachhaltigen Materialien“

Welche Materialien?

Was bedeutet „nachhaltig“ in diesem konkreten Fall?

👉 Lieber die konkrete Materialeigenschaft nennen, die du tatsächlich belegen kannst.

🚩 8. Eine gute Eigenschaft wird zum Gesamtversprechen

Dein Stoff ist beispielsweise zertifiziert.

Daraus wird plötzlich:

„Unser Produkt ist besonders umweltfreundlich.“

⚠️ Vorsicht!

Eine bestimmte Eigenschaft macht nicht automatisch das gesamte Produkt oder Unternehmen umweltfreundlich.

🚩 9. Grün ist nicht gleich Greenwashing – aber …

Ein grünes Design, Blätter oder Naturbilder sind nicht automatisch verboten.

Aber: Werbung wird als Ganzes betrachtet.

Wenn Bild, Symbol und Text gemeinsam den Eindruck einer besonderen Umweltleistung vermitteln, sollte dieser Eindruck belegbar sein.

🚩 10. „Das habe ich doch gar nicht behauptet!“

Vielleicht nicht ausdrücklich.

Aber auch indirekte Aussagen und Gestaltungselemente können relevant sein.

Deshalb nicht nur nach dem Wort „nachhaltig“ suchen.

Schau dir deine komplette Kommunikation an:

🛍️ Shop
📱 Instagram & Facebook
📌 Social Media
📧 Newsletter
🏷️ Etiketten
📦 Verpackungen
🖼️ Produktbilder
🌿 Icons & Siegel

🧵 Die wichtigste Faustregel für kleine Labels:

Nicht größer versprechen, als du belegen kannst.

Aus

❌ „nachhaltig hergestellt“

wird beispielsweise

✅ „Wir fertigen jedes Stück erst nach Bestellung.“

Aus

❌ „umweltfreundliche Verpackung“

wird

✅ „Für den Versand verwenden wir Verpackungen aus …“

Je konkreter deine Aussage, desto leichter können Kund verstehen, was tatsächlich dahintersteckt.

Und genau darum geht es bei den neuen Regeln.

👉 Jetzt mal ehrlich: Welche Formulierung steht auf deiner Website, deinem Etikett oder in deinen Posts, bei der du gerade denkst: „Hmm … darf ich das eigentlich noch so schreiben?“ 👀

Schreib sie in die Kommentare – dann können wir gemeinsam schauen, was genau daran kritisch sein könnte.

PS: Der Beitrag ist bewusst als allgemeine Orientierung und nicht als individuelle Rechtsberatung formuliert. Die zentralen Aussagen zu allgemeinen Umweltaussagen, Reichweite von Umweltclaims, Nachhaltigkeitssiegeln und Kompensation sind direkt an der geltenden EU-Regelung und dem aktuellen deutschen UWG ausgerichtet.

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