In der DIY- & Handmade-Szene werden gern schöne Fotos geteilt: als Inspiration, zur Produktpräsentation oder zur Unterstützung eigener Beiträge. Doch was viele unterschätzen: Jedes Bild ist automatisch urheberrechtlich geschützt – egal, ob es ein professionelles Produktfoto oder ein scheinbar "freies" Bild aus dem Internet ist.

Aktuell boomen sogenannte „Bilderklau-Abmahnungen“. Mehrere Handmade-Anbieter*innen berichten von kostspieligen rechtlichen Auseinandersetzungen, nachdem sie Bilder ohne Erlaubnis genutzt haben.
 

❗ Was ist eigentlich Bilderklau?

Bilderklau bezeichnet die unberechtigte Nutzung eines Fotos, das urheberrechtlich geschützt ist.
Das passiert zum Beispiel, wenn du:

  • ein Produktbild von Amazon, Google oder einem anderen Shop kopierst
  • ein Instagram-Foto ohne Zustimmung verwendest
  • ein Bild aus Pinterest nutzt, ohne die Herkunft zu kennen
  • ein Motiv auf deinem Blog verwendest, das dir nicht gehört

Wichtig: Auch wenn du ein Bild "nur als Beispiel" oder "ohne böse Absicht" verwendest, bleibt es ein Verstoß gegen das Urheberrecht – sofern du keine Genehmigung des Rechteinhabers hast.
 

💸 Warum wird das so teuer?

Wirst du erwischt, flattert in der Regel eine Abmahnung von einer Kanzlei ins Haus – oft im Namen von professionellen Fotografen, Bildagenturen oder Unternehmen.

In der Abmahnung wird typischerweise verlangt:

  • die sofortige Entfernung des Bildes
  • eine strafbewehrte Unterlassungserklärung
  • Schadensersatz (meist mehrere Hundert Euro)
  • Erstattung der gegnerischen Anwaltskosten

➡️ Das kann sich schnell auf 800–1.500 € oder mehr summieren – pro Bild!
 

🛑 Wie kann ich mich schützen?

Hier ein paar wichtige Tipps für DIY- & Handmade-Creators:

✅ Nur eigene Bilder verwenden
Mach deine Produktfotos am besten selbst. Du hast dann automatisch das Urheberrecht.

✅ Alternativ: Lizenzfreie oder gekaufte Bilder nutzen
Nutze Plattformen wie Unsplash, Pexels oder Canva Pro – achte dabei aber immer auf die Lizenzbedingungen!

✅ Keine fremden Bilder aus Shops, Google, Pinterest & Co.
Auch wenn es verlockend ist: Die allermeisten Bilder sind nicht für die freie Verwendung gedacht.

✅ Bei Kooperationen & Werbung: Nutzungsrechte klären
Wenn dir ein Partner Fotos zur Verfügung stellt, lass dir schriftlich bestätigen, dass du sie verwenden darfst.
 

👀 Was tun, wenn du abgemahnt wirst?

Nicht in Panik verfallen – aber auch nichts unterschreiben oder zahlen, ohne rechtlichen Rat!

👉 Wende dich an eine auf IT- oder Medienrecht spezialisierte Kanzlei.
👉 Unterschreibe nicht vorschnell die Unterlassungserklärung – sie kann dich langfristig binden!
👉 Entferne das Bild sofort und dokumentiere alles.
 

📌 Fazit

Bilderklau ist kein Kavaliersdelikt. Auch in der DIY- & Handmade-Welt gelten die Regeln des Urheberrechts. Wer einfach Bilder kopiert und veröffentlicht, riskiert teure Abmahnungen.

➡️ Deshalb unser Appell: Mach lieber dein eigenes Foto – das ist nicht nur sicherer, sondern auch authentischer.
Wenn du Bilder von anderen nutzen möchtest, hol dir immer vorher die Erlaubnis.
 

📣 Diskutier mit uns: Wie gehst du mit dem Thema Bilderrechte um? Teile deine Erfahrungen gern in den Kommentaren mit der Community!

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